Ausstellung im Rahmen des Lady*Fest 2016

Die Ausstellung im Rahmen des Lady*Fest 2016

14.07.2016, 20:00 Uhr
Ausstellungseröffnung und Lady*Fest Eröffnungsparty

kinky dollhouse
2013 – 2016

Impetus für die Serie kinky dollhouse war die gängige sexistisch bzw. romantisch-eindimensionale Inszenierungspraxis von Weiblichkeit sowie das starre Identitätskorsett das eng mit einem heteronormativ femininen Körperbild und dessen Assoziationen verflochten ist. Das manifestiert sich in Form von realitätsfernen Puppen die die Spielzeugwelt dominieren.

Die Arbeiten karikieren beide Facetten; beispielsweise Bunny oszilliert zwischen limitierter Inszenierung von Frauen als sexualisiertes Männerspielzeug und dem Bild des meist sehr sexy daher kommenden Kinderspielzeugs. So stilisiert sich Barbie mit aufgesetztem Hasenschädel und Playboy-Bunny-Dress noch einmal mehr zu der grotesken Figur die sie eigentlich ohnehin schon ist. Die Kleidung wird zur subversiven Affirmation indem der irreale Körper der Spielzeugpuppe im typisch sexuell konnotiertem Aufzug der sogenannten Playboy-Bunnies bekleidet ist. Ein kopfloser, austauschbarer Körper der nur von öffentlichem Interesse ist so lange er normativ schön, jung, glatt und vorzugsweise weiß ist. Das leistet Barbie seit mehr als 60 Jahren. So wird die eine Figur zum Fetisch der anderen und vice versa. Gar inflationär werden Frauenkörper als Playboy-Bunnies oder Prinzessinnen analog zu Barbiepüppchen verhandelt und vermarktet. Individualität und körperliche oder ethnische Vielfalt haben wenig Platz, obgleich paradoxerweise die postindustrielle Kapitalismuslogik gerade heutzutage auf Individualisierungsstrategien setzt.

Die Akteur*innen des kinky dollhouse unterscheiden sich von ihren lebenden Namensvetterinnen und anthropomorphen Spielzeuggenossinnen jedoch deutlich. Sie haben als Hybridwesen maximale Individualität und Absurdität erreicht. Der nackte Schädel ohne Haut, Haar und Hirn treibt das Klischeebild dieser fragwürdigen Form von inszenierter Weiblichkeit auf die Spitze und erzeugt beim Anblick massives Unbehagen.

Sarah Held lebt in Wien und promoviert gegenwärtig mit einem Stipendium der Friedrich Ebert Stiftung am Institut für Visuelle Kultur der Universität Frankfurt am Main. Ihre Arbeit wird binational von Prof. Dr. Verena Kuni (Frankfurt/Main) und Prof. Dr. Elke Gaugele an der Akademie der Bildenden Künste in Wien betreut. Forschungsschwerpunkte sind Do-it-yourself-Kulturen und kritische bzw. widerständige Gestaltungsbewegungen die sich an der Schnittstelle von (feministischen bzw. politischem) Aktivismus gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*, textiler Handarbeit, Kunst und Design bewegen. Bei ihren Forschungen stehen genderorientierte Untersuchungen stets im Vordergrund.
Neben publizistischen Tätigkeiten ist sie künstlerisch aktiv und fertigt gern unbehagliche Designobjekte. Zudem ist Mitinitiatorin des Kollektivs Girl Gangs against Street Harassment, einem Projekt zur Rückeroberung von öffentlichen Räumen durch feministische Street-Art.


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